Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

waren wir beſtändig vhſehnen 1 beſtändig ungeſtört miteinande meine Liſet⸗ te! Was waren das für acht age! Sieh, wenn ich jetzt ſterben müßte, ſo könüte ich doch ſagen, daß ich Trotz allem, was ich ausgeſtanden habe, das glücklichſte Geſchöpf auf Erden war; denn ich habe durch acht Tage die Freuden des Himmels rein und ungeſtört genoſſen. Aber ich hoffe, ich werde leben, mit ihm, für ihn, durch ihn leben⸗ und unausſprechlich glücklich ſeyn.

Es iſt mir jetzt alles klar, nach dem, was mir Ferdinand erzählt hat, und ich begreife deut⸗ lich den Zuſammenhang aller Begebenheiten ſeit dem erſten Eintritte in euer Haus. Juliane, die bedauernswerthe Juliane hat ihn geliebt. Daher ihr glühender Haß gegen mich, ihr Beſtreben, mich von ihm zu trennen, und zuletzt ihr ver⸗ zweifelter Entſchluß, dem Grafen ihre Hand zu geben. Wenn ſie wüßte, wie herzlich ich ihr ver⸗ gebe, wie manche Thräne des Mitleids ihrer un⸗ glücklichen Leidenſchaft gefloſſen iſt, ſie würde aufhören, mich zu haſſen! Sollte einſt ihr ſto⸗ zes Herz ſich gegen Dich wieder in ſchweſterli⸗ chen Empfindungen öffnen, ſo vergilt ihr all ihr Leiden, allen Kummer, den ſie Dir und mir ge⸗ macht hat, mit Wohlwollen und Liebe. Ach, ſie