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dem Brieſ gleich folgen. A6 r. war zartfüh⸗ lender, beſcheidener, als ich dachte. Er wagte es nicht zu kommen, bis er nicht die Erlaubniß hat⸗ te; und ſo verſpätete ſich ſeine Ankunft. Aber ſo manche Thräne, ſo manche Herzensangſt mich die⸗ ſe Verzögerung koſtete, ſo ſehe ich doch jetzt ein, daß ſie gut war. Liſette! Ich glaube, meine Freu⸗ de wäre zu unmäßig geweſen, ich hätte mein Glück nicht verdient. Durch jene niederſchlagen⸗ den Gefühle lernte ich mich mit Demuth und Zittern freuen, und nun wurde ich glücklich; denn meine Angſt hat die Nemeſis verſöhnt. Am letz⸗ ten Hornung— o der Tag wird mir unvergeßlich bleiben!— Es war ein ungemein ſchöner, lauer Frühlingstag, die Natur ſchien an meiner kom⸗ menden Freude Theil zu nehmen, und mich durch frohe Frühlingsgefühle darauf vorzubereiten, ich ging mit Thereſen in den Garten. Ein warmer Hauch wehte über die Erde, die Grasſpitzen dran⸗ gen hervor, die Schneeglöckchen und Zeitloſen öff⸗ neten ſich dem Strahle der Sonne; alles ſchien von einem freudigen Vorgefühle des nahen Len⸗ zes durchdrungen. Da wurde Thereſe abgerufen. Ich blieb auf einem Hügel ſtehen; von wo aus


