Ich mochte rufen, reden, was ich wollte, er hör⸗ te nicht; und ehe ich mich beſinnei konnte, ſah ich ſie ihm entgegen ſchweben, ihn auf die Kniee ſtür⸗ zen, und ſie an ſeine Bruſt ſinken. O mein Gott! rief er: Sie ſtirbt! Und ich habe ſie getödtet. Ich erſchrack ſo ſehr, daß ich kaum im Stande war,
den Hügel hinaufzuſteigen. Als ich bey ihnen war⸗
ſah ich Leonoren wirklich bleich, und ohne alle Be⸗ wegung in ſeinen Armen liegen. Aber ich erkannte wohl, daß da nicht ans Sterben zu denken war. Nichts deſto weniger that ich ernſtlich böſe über ſei⸗ ne Heftigkeit, und Du hätteſt ſehen ſollen, mit welcher Zerknirſchung der gute Junge meine Vor⸗ würfe anhörte, wie er mich und Leonoren um Ver⸗ zeihung bath! Wer hätte ihm länger zürnen kön⸗ nen? Er bath ſo rührend und ſo ſchön, daß es mich nicht Wunder nimmt, wenn ihm meine Schweſter auf das erſte Wort alles vergeben hat. Wir tru⸗ gen indeß Leonoren auf das Kanapeh in der Laubez ich hielt ihr Engliſches Salz vor, und ſie erhohl⸗ te ſich. Sie ſchlug die Augen auf; ihr erſter Blick fiel auf den Wonnetrunkenen, der ihr jetzt auf's neue zu Füßen ſank. Ihr erſtes Wort war: Ferdi⸗ nand! Aber, wie ſie den Nahmen ausſprach, ſo ſpricht ihn nur einſt ſein Schutzgeiſt aus, wenn er


