Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Steinhollunders. Jetzt nach di

ein anderes Weſen geworden; et war wieder gans

mein Lorchen, wie in den glücklichen Cagen unſerer Jugend, wieder dieſe ſtille Heiterkeit ihres reinen Gemüthes, dieſe zarte Empfänglichkeit für alles Schöne und Gute, dieſe freundliche Theilnahme, die einſt das Glück des kleinen Kreiſes ausmachte, in welchem ſie lebte; nur ſtörte jetzt zuweilen eine gewiſſe Unruhe, eine Spannung des Erwartens

den ſtillen Frieden, der ſie, und durch ſie uns alle Peſeligte.

So ging es bis heute Voemittags Wohl tau⸗ ſend Mahl hatte ſie während dieſer Tage aus dem Fenſter nach der Straße gefehen, war bey jedem Geräuſche von Wagen oder Pferden glühend roth und wieder blaß geworden, und hatte eben ſo oft bald

mich, bald den Brief zu Rathe gezogen, wann Fer⸗ dinand wohl kommen könnte. Als bereits ſechs Ta⸗ ge nach dem Empfange dieſes Briefes und fünf ſeit der Beantwortung desſelben, die ich ſogleich ab⸗ ſandte, verfloſſen waren, ſchienen auf's neue Schwermuth und Zweifel ſich ihrer Seele bemäch⸗ tigen zu wollen. Heute lockte uns die außerordentliche Schönheh und erquickende Wärme des Tages in den Garten. Ich ging mit Leonoren ſpatzieren, und ſuchte ſie