Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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zu ihſ vid faßte ſi ſie beym Arm. Da brach ein Strom von Thränen aus ihren Augen; ſie ſchlang ihre Hände feſt um mich, und rief ge⸗ waltſam: Er liebt mich, Thereſe! Ich werde ihn ſehen! Sie blieb eine Weile beynahe ſtarr. End⸗ lich fingen ihre Thränen an, milder zu fließen, die Bruſt ſchlug in ruhigeren Schlägen, ſie ließ die Arme ſinken, lehnte ſich an mich, weinte ſanft, und ſprach nur einzelne Worte, die aber wie Blitze die ganze Tiefe ihrer entzückten Seele enthüllen. Als ſie ſich ein weuig gefaßt hatte, bath ſie mich, ſe allein zu laſſen. Ich ging. Nach einer Stunde un⸗ gefähr kam ſie zu mir; ich ſah, daß ſie viel ge⸗ weint hatte. Auch glaube ich, daß ſie gebethet ha⸗ ben mochte; denn einen ſolchen Ausdruckvonhimm⸗ liſcher reiner Freude ſah ich noch nie an einem Men⸗ ſchen. Sie war wie verwandelt. Ich habe Dir ge⸗ ſchrieben, daß ſie ſchon ſeit dem erſten Briefe wie⸗ der ein wenig aufzuleben anfing, daß ihrFieber aufge⸗ hört hat, und ihre Kräfte ſich zu erhohlen begannen. So wie die Tage länger wurden, und die wenigen lauen Stunden des Februars uns erlaubten, in den Garten zu gehen, ſah ich recht deutlich, welche Macht Hoffnung und Frühling auf ein trauerndes Gemüth haben. Ihr Herz ſchien zu ſchwellen und aufzuge⸗ hen, wie die Knoſpen der Kornelkirſchen und des