Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

te ſie mit edler Selbſtverläugnung hinzu, ſo ſehr 8 mich Leonorens Betragen kränkte, da es einen ſcho⸗ nungsloſen Tadel des meinigen enthielt, ſo bitter ich mich im Anfange über ſie beſchwerte, ſo mußte ich doch ſpäter, nachdem ich die Sachen aus einem richtigeren Geſichtspuncte betrachtete, geſtehen, daß ſie vollkommen Recht hatte. Glauben Sie nicht, lieber Blum, fuhr ſie mit leichtem Erröthen fort, daß der Ton, der damahls in unſerer Geſellſchaft herrſchte, und der Leonoren ſo tief empörte, nicht auch mein Gefühl beleidigt hätte; aber es waren Perſonen zugegen, deren Scherzen Einhalt zu thun, ein eben ſo vergebliches als thörichtes Unternehmen geweſen ſeyn würde. Sie wiſſen, es gibt Lagen, wo man nicht alles kann, was man will, und für Recht hält. Ich habe hierüber bereits mit Leonoren ge⸗ ſprochen, und ich hoffe, ſie denkt jetzt von mir, wie ich es wünſche. Aber das iſt noch nicht alles, rief ſie lebhaft, als ich in der Meinung, ihre Erzählung ſeh zu Ende, ihre Hand mit warmer Achtung küßte, und von meinem Danke gegen ſie ſprechen wollte: Ich habe Ihnen noch mehr und wichtigere Dinge 2 zu ſagen. Und das iſt die eigentliche Urſache, war⸗ um ich Sie zu mir bitten ließ. Es iſt nothwendig,

daß Sie alles erfahren. Sie erzählte mir nun, daß

ſie ganz unumſtößlich überzeugt worden ſey, daß