269— hen. Liſette auß und ſprang auf Seefeld zu. Es iſt Blum, rief ſie, der Jugendfreund meines Lor⸗ chens! Das iſt mein Bräutigam ſetzte ſie mit ho⸗ her Röthe hinzu: Doch ich glaube, Sie kennen ſich ſchon ſeit dem vorigen Winter?
Wir begrüßten uns freundſchaftlich; und nun fing Liſette mit einer Geſchwätzigkeit und Munter keit, die mir an dem ſonſt ſo ſtillen, furchtſame Mädchen eine völlig neue Erſcheinung war, an, ih ren Bräutigam von allem zu unterrichten, und ich erſtaunte über das Zartgefühl, mit dem ſie jeden Umſtand verſchwieg, der mir oder ihrer abweſenden Freundinn eine Schamröthe hätte koſten müſſen. Am Ende der Erzählung umarmte mich Seefeld herzlich, und wünſchte, daß ich bald eben ſo glücklich ſeyn möchte, als er. Der junge Mann gefällt mir außerordentlich, und Liſette hat, ſeit dem ich ſie und den Mann ihrer Wahl kenne, unendlich in meiner Achtung gewonnen. Wir ſchieden als Freunde einander. 5
Am andern Morgen, nähmlich heute, erhielt ich zu meinem größten Erſtaunen einen Zettel von der Frau v. Valſin, worin ſie mich in ſehr artigen Aus⸗ drücken um halb ein Uhr zu ſich beſchied, weil ſie nothwendig mit mir zu ſprechen hätte. Ich konnte nicht begreifen, was ſie mir zu ſagen haben könnte,


