Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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miſch von Unwillen und Freude, woraus mein Herz ſich tauſend willkommene Vorſtellungen zuſammen⸗ ſetzte. Es gelang mir, ſie allein zu ſprechen. Ich ſagte ihr alles, was ich von meiner Schweſter wuß⸗

te, und was mein Herz empfand; ich bath ſie, mir mit aller Treue und ohne alle Schonung zu ſagen,

wie es Leonoren gehe, und wie ſie gegen mich ge⸗

ſinnt ſey. Sie weigerte ſich lange. Endlich erfuhr

ich, daß Leonore ſich jetzt beſſer befände, als vor ei⸗

niger Zeit, daß ſie aber, im Ganzen genommen, nie ſo ſchlimm geweſen ſey, als ſie ſelbſt gedacht, oder

vielmehr gehofft hatte, daß Thereſe bey der Liſette ſich ein paar Mahl ohne Levnorens Vorwiſſen um ihren wahren Zuſtand erkundiget habe, ihr viel beſ⸗ ſere Hoffnungen gegeben habe, und daß ſie nicht zweifle, da Leonorens Zuſtand theils Folge der un⸗ gewohnten Lebensart bey Liſettens Altern, theils Gemüthskrankheit geweſen ſey, daß Landluft, Ru⸗ he und Einſamkeit, beſonders aber der kunftige Frühling viel zu ihrer Wiederherſtellung thun wür⸗ den. über Leonorens Geſinnungen aber beobachte⸗ te ſie ein unverletzliches Stillſchweigen; denn ich war nicht ſo geſchickt, wie du, oder nicht unbefan⸗ gen genug, um ihr etwas abzufragen, bis ich ihr endlich ſagte, daß ich nach Weidenbach wollte, daß ich Leonoren ſehen, und entweder ihre Verzeihung