Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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war, eines der edelſten Weſe zu werden, eine falſche Richtung gaben, daß ſie zu dem Troſſe der eitlen verächtlichen Geſchöpfe herabzuſinken ſcheint, und nie auf die ungetheilte Achtung beſſerer Men⸗ ſchen Anſpruch machen darf?

Dein letzter Brief, und noch mehr deine Worte, als ich in L** an deine Bruſt ſank, als du mich ſo brüderlich, ſo theilnehmend beruhigteſt, und mir die

unbeſonnenen Ausdrücke meines letzten Briefes ſo

gütig vergabſt, hatten bereits Leonorens Unſchuld in meinem Geiſte verklärt, und mir zugleich meine eigene Strafbarkeit nur zu deutlich bewieſen. Ich war feſt entſchloſſen, zu ihr zu eilen; und hätten nicht unausweichliche Geſchäfte mich nach*** ge⸗ fordert, ich hätte von L**aus an Thereſen geſchrie⸗ ben, ſie um Erlaubniß gebethen, Leonoren zu ſe⸗ hen, und ſie erſucht, ihre Schweſter auf meine Reue

vorzubereiten. Dann wäre ich meinem Briefe nach⸗

geeilt, und jetzt, Ludwig, jetzt wäre ich vielleicht ſchon glücklich. Aber ich mußte nach***. So bald ich konnte, eilte ich zu Schöndorf. Die Mutter em⸗ pfing mich ſehr kalt. Darauf war ich vorbereitet, und kümmerte mich nicht darum; denn mein Be⸗ ſuch galt nur Liſetten. Ich fragte nach ihr; ſie kam. Ihr Empfang gab mir Hoffnung. Sie erröthete, als ſie mich ſah, und ihr Betragen verrieth ein Ge⸗