Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Sieben und ſechzigſter Brief.

Ferdinand Blum an Ludwig Seltig.

***den a8. Februar 1799. Wo bin ich geweſen, Ludwig! und was habe ich erfahren? Wird mir Leonore je verzeihen können Ach, ich habe ſie unausſprechlich beleidiget. Meine Schuld ſteht in Rieſengröße vor mir, ich mache mir ſelbſt Vorwürfe, und doch bin ich glücklich, doch iſt ein ſeliges Gefühl über mein ganzes Weſen verbrei⸗ tet, und ich möchte ſagen, daß ich in Wonne ſchwim⸗ me, indeß die Reue mich mit Schlangengeißeln züch⸗ tiget. Höre denn die Geſchichte dieſer letzten Tage! Ich bin bey der Valſin geweſen, Ludwig, und mit Achtung von dieſer Frau geſchieden, die ich ſonſt im⸗ mer um ſo mehr verachtete, je mehr ich ihren man⸗ nigfaltigen Vorzügen Gerechtigkeit widerfahren laſ⸗ ſen mußte. Iſt es nicht zu beklagen, wenn mißver⸗ ſtandene Erziehung, ungünſtige Umſtände und Ver⸗ führung einem Weibe, das von der Natur beſtimmt