Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Aber dieſe ſchönen Augenblicke dausrn nicht lange. Wenn ich den Brief überſehe, alle Worte genau erwäge, und mit ſeiner mir ſo lange bekannten Denkart vergleiche, dänn finde ich wenig Tröſt⸗ liches. Er iſt anhänglich, ſein Herz liebt und ehrt alte Verhältniſſe, ſelbſt wenn ſie aufgehört haben,

und es iſt ihm wohl in alten Gewohnheiten, die

eine große Macht über ihn ausüben. Ich habe tau⸗ ſend Mahl geſehen, daß auch lebloſe Sachen ihm werth wurden, bloß weil er ſie lange hatte. Er konnte es nicht wohl leiden, wenn wir in meiner Mutter Haus eine andere Eintheilung der Zimmer oder eine Veränderung mit den Meublen treffen wollten. So wie er die Zimmer, die Plätze im Hauſe als Kind geſehen hatte, wollte er ſie als Jüngling noch haben, und es war, als nähme man ihm eine ſüße Erinnerung, wenn man einen Schrank

oder Tiſch, bey dem er als Kind froh geſpielt hatte,

wo anders hinſetzte. So iſt ſein Herz auch gegen

Perſonen geſtimmt. Er kennt mich lange, er hat

mich einſt ſehr— ach Liſette! ich kann wohl ſagen, fehr geliebt. Das hat nun freylich aufgehört, er liebt mich nicht mehr, er hat mich vernachläſſigt, und es herrſcht vielleicht eine Andere in ſeiner Seele; aber dennoch erinnert er ſich mit Wohl⸗ wolten ſeiner Jugendgeſpielinn, und äußert die