nach einem neuen Plane zu leben, und alles um
mich aus einem Geſichtspunkte zu ſehen, wovon ich mir im Hauſe meiner unvergeßlichen Mutter nichts tränmen ließ.— Du allein, Dein Herz, Deine Liebe ſind mir aus jener goldenen Zeit, wo ich in der ganzen Welt nur gute Menſchen und einfache Verhältniſſe glaubte, aus jener Zeit war⸗ mer, niegetäuſchter Gefühle übrig. Wie ein Stern aus beſſeren Gefilden der Ruhe ſtrahlet deine lie⸗ bevolle Theilnahme allein in die Nacht, die mich umgibt, herüber, und gibt mir Kraft, nicht ganz zu unterliegen. Wenn ich Dich nicht hätte, There⸗ ſe, was würde aus mir werden?
Was Du mir von Julianen ſchreibſt, iſt größ⸗ ten Theils richtig. Sie iſt, wie ich mit ſehr vie⸗ lem Rechte vermuthe, Babettens Vertraute, und vielleicht— ich wage dieſe liebloſe Bemerkung nur gegen dich— vielleicht die geheime Unterſtützerinn ihrer Abſichten. Doch auch das iſt bloße Vermu⸗ thung, aber hinlänglich, mich noch mißtrauiſcher gegen ſie zu machen. übrigens ſcheint es, daß ſie jetzt für ſich ſelbſt ſehr hochfliegende Ausſichten hat, und vielleicht bald heirathen wird. Graf Kelm, der Präſident und Geheimerath, von dem ich Dir, wie ich glaube, ſchon einmahl geſchrieben habe, ſcheint nicht ohne Boffnung zu— lieben kann


