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faßte ich den Entſchluß, noch ein Mahl, und zwar zum letzten Mahl eindringend mit Leonoren zu ſpre⸗ chen. Ich that es, ich beſchwor ſie im Nahmen der Ehre, der Tugend, dieſe Quadrille nicht öffentlich zu tanzen, ſich nicht vor den Augen der Welt in ei⸗ ne Reihe mit ſolchen Creaturen zu ſtellen. Sie ſchlug es aus. Sie wird tanzen, noch mehr, ſie wird den Blumenſtrauß tragen, den ihr Wallner geben wird, ſie wird vor den Augen der ganzen Geſellſchaft ſich als ſeine Geliebte bekennen; denn außer der Her⸗ born, die nun freylich nicht mit ihrem podagriſchen Galan tanzen kann, iſt alles gepaart. Leonore, Wallners Geliebte, ſeine erklärte Geliebte! Und ich? Ludwig! Ludwig! Alle Martern der Hölle wä⸗ ren Labung gegen die Qual, wenn ich morgen Zeu⸗ ge dieſer Quadrille ſeyn müßte! Ich habe das Bil⸗ let zurückgeſchickt. Vielleicht— o ich Thor, noch zu hoffen!— vielleicht, wollte ich ſagen, erſchüttert ſie dieß, vielleicht tanzt ſie nicht, vielleicht geht ſie gar nicht auf den Ball. Wie thöricht! Sie wird gehen, ſie wird nur deſto unbefangener ſeyn, wenn der lä⸗ ſtige Beobachter nicht dabey iſt. Darauf war ja die Quadrilleprobe und mein Mittanzen berechnetz denn das Billet mußte man mir doch anbiethen, aber verleidet mußte mir der Ball werden, darum ward das Bild des künftigen Abends ſchon heute


