Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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3 eweſen, und ich Thor gab mich ihr hin! Atglos ſchwatzte ich mit ihr, wie in vergangenen Tagen, ſie beredete mich mit ihrem unwiderſtehlichen Zauber, auf's Schöndorfſche Piquenique zu gehen, das mor⸗ gen ſeyn ſoll, ſie hüpfte fort, und brachte mir das Bidet. Wie reizend war ſie in dieſen Augenblicken! Wie täuſchend wußte ſie die Sprache der eiuch ſten Liebe nachzuahmen!

Ich ahnete nichts. Hätte mich nicht Sn die ungewöhnliche Zärtlichkeit aufmerkſam machen ſol⸗ len? Nun kam Wallner, und ſein Betragen zeig⸗ te genugſam, daß meine Abweſenheit ihm ein Recht gegeben hatte, ſich über Leonorens Vertraulichkeit . gegen mich zu beklagen. Mein Blut fing zu kochen an. Endlich wurde eine Quadrille probirt, die mor⸗ gen getanzt werden ſoll. Die jüngere Schöndorf bath mich, die Stelle ihres abweſenden Tänzers zu vertreten. Ludwig! Ludwig! Welch eine Qua⸗ drille! Wallner führte den Reigen, links ſtand die Valſin, rechts ein noch verächtlicheres Geſchöpf, eine gewiſſe Herborn, die anerkannte Buhlerinn ei⸗ nes alten Grafen, deren Sündengehalt die ganze Stadt zu berechnen weiß. Und unter dieſen Ge⸗ ſchöpfen, an Wallners Hand meine? nein nicht mehr meine, ſeine Leonore. O, ich dachte raſend zu werden! Nach der unſeligen Quadrille

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