ich mehr wüßte, als ſie. Das ſihicht noglc rief ſie, das werden Sie mich nicht glauben ma⸗
chen. Sie haben ſich gezankt; es iſt etwas vorge
fallen.„Nicht das Geringſte.« O! rief Frau von Schöndorf: Das Räthſel läßt ſich leicht löſen. Er iſt aufgebracht, daß Sie morgen mit Wallnern die Quadrille tanzen. Er hat ſich zwar vierzehn Tage nicht um Sie bekümmert; aber Sie hätten ſich doch nicht unterſtehen ſollen, ſich mit einem Andern zum Tanzen zu engagiren. Dieſe höhni⸗ ſche, ſchonungsloſe Bemerkung brachte mich auf's Lußerſte. Ich fühlte, daß mir das Blut in das Geſicht ſchoß; ich hätte beynahe vor AIrger ge⸗ weint. Wenn Sie's denn durchaus wiſſen müſſen, rief ich heftig: es iſt nicht Wallners, es iſt der Geſellſchaft wegen. Der Geſellſchaft wegen? wie⸗ derhohlte Frau von Schöndorf, und ſchien ſehr beleidigt durch dieſen Ausdruck.„Er will nicht, daß ich mich mit Weibern, wie die Valſin und Heerborn iſt, öffentlich in irgend einem vertrau⸗ lichen Verhältniſſe zeige.“ Bey dieſen Worten brach die Frau in ein lautes höhniſches Gelächter aus, das den Irger, ſich in dieſem Vorwurf mitgeta⸗ delt zu fühlen, nur ſchlecht verbarg: Wahrhaf⸗ tig! Blum mag ein ganz guter Menſch ſeyn; aber die Welt kennt er nicht. Wie kann es einem ver⸗ Leon I. Th. 4


