* 201— 2 wie wir uns dann ſo froh, ſo glücklich dünkten.
und, wenn keine Fremden da waren, immer vor⸗ zogen, aus einer Taſſe zu trinken, und ſo beyde nach einander zu leeren. O warum mußten dieſe himmliſchen Bilder mir gerade jetzt zurück kom⸗ men? Wie war es ihm möglich, mit dem Bild ſei⸗ ner Couſine im Herzen, mich jener Zeiten zu mah⸗ nen? O Ferdinand! Womit hatte das um dich verdient?
Doch ich will meiner Erzählung nicht vorgrei⸗ fen. Nachdem wir getrunken hatten, ſtanden wir noch eine Weile, Hand in Hand gelegt, am Tiſche. Kein Wort des Vorwurfes, keine Anſpielung auf vergangene Auftritte ſtörte den reinen Genuß die⸗ ſer ſchönen Augenblicke, die, das weiß ich nur zu gewiß, die letzten glücklichen meines Lebens wa⸗ ren. Es war, als ſcheute ſich jedes, der vergange⸗ nen Kränkungen zu erwähnen, und die ſchöne Stun⸗ de zu entweihen. Ich erzählte ihm vom morgigen Balle, von meiner Freude, einmahl ein ſolches Feſt zu ſehen, wovon ſich meine Phantaſie die la⸗ chendſten Bilder ſchuf. Er hörte mich freundlich lä⸗ chelnd an. Ich bath ihn, auch dabey zu ſeyn. Sie wiſſen, daß ich ſolche Ergetzlichkeiten nicht ſehr lie⸗ be, erwiederte er: Aber wenn es ihnen Frende macht, liebes Lorchen, ſo bitten Sie Frau von Schön⸗


