Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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geſſen verlaſſen! Die glückliche Couſine nahm meinen Platz in ſeinem Herzen ein, und ich Thö⸗ rinn war ſo bewegt geweſen durch ſeine Lage, ſo geneigt, mich ihm wieder hinzugeben, jede Em⸗ pfindung meiner Seele vor ihm zu enthüllen, je⸗ des Mißverſtändniß zu verbannen! Dieſe Gedan⸗ ken quälten mich den ganzen Tag über. Abends kam Wallner. Er war ſo vortheilhaft gekleidet, daß ich, obgleich gewohnt ihn zu ſehen, doch beynahe durch ſeine gefällige Geſtalt überraſcht wurde, und ſein Betragen war leidenſchaftlicher, und doch ſchüchter⸗ ner als jemahls. Wir ſangen einige Duetten. Mich dünkte, er ſang nie ſo gut, fo ausdrucksvoll. Ich war freundlich gegen ihn, und zwang mich, heite⸗ rer zu ſeyn, als ich die vergangenen Tage geweſen war. Er ſchien ſo froh, ſo dankbarl! Und dieß Herz, das mich ſo treu, ſo warm, ſo voll Zutrauen und Nachſicht gegen meine Schwächen liebt, ſollte ich ſo bitter kränken, und einem Manne aufopfern, der O meine Schweſter! Mein ſchwaches Herz blutete doch bey dem Gedanken, und Trotz aller

Liebenswürdigkeit, die ſich an Wallnern wirklich

fand, und die mein Verſtand ſich gefliſſentlich auf⸗ zuſuchen bemühte, riefen doch tauſend Stimmen in mir, daß Ferdinand mir viel theurer ſey als er!

Spät nach dem Theater beſuchte uns Frau von