Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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S 195

Glauben Sie mir, auch der deſe iſt des Kummers

nicht werth, den ein weibliches Herz um ſeinetwil⸗ len fühlt. Blum iſt gut, er iſt verſtändig, er iſt ſo⸗

gar edel; aber er iſt ein Mann, und die Lerſtehen 63

nie, das weibliche Herz mit Schonung zu behan⸗

deln. Sie haben ihn aufgebracht, weil Sie nicht unbedingt ſeiner Meinung waren; er verläßt Sie, und wendet ſich an eine Andere, die wenigſtens für jetzt ihm alle die Unterwürfigkeit und Reſignation zu haben ſcheint, die er als Inbegriff aller Tugen⸗ den von ſeiner Gattinn fordert. Das iſt s, was die Beſſern von uns wollen. Sie redete noch eine Weile fort; ſie hätte noch länger reden können; denn ich war nicht im Stande, ſie zu unterbrechen,

ich hörte auch beynahe nichts von allem, was ſie

ſprach, als die fürchterlichen Worte: Er verläßt Sie.

Als ich mich ſammeln konnte, war das Gefühl des beleidigten Stolzes die herrſchende Empfin⸗ dung in meiner Seele. Ich ſtand auf: Glauben Sie mir, Juliane, ich werde nicht immer ſo ſchwach ſeyn, als Sie mich bisher geſehen haben; aber laſſen Sie mir Zeit, mich zu faſſen. Ich ging in's Cabinett. Der Tag verging mir, wie in einem ſchweren Traume. Alſo an Babetten hatte er ge⸗ ſchrieben, und mir keine Sylbe! Ich war ver⸗

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