Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
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— 189— loſen Nächten und ermüdenden Tagen eine Weile zu ruhen. O mein Ludwig! Welche Scene der ſanfteſten, rührendſten Zärtlichkeit erwartete mich in meines Bruders Zimmer! Er empfahl mir ſein Weib und ſeine Kinder im Falle ſeines Todes; er dankte mir für meine Bereitwilligkeit, zu kommen, er verſuchte, ſo viel es ſeine Schwäche zuließ, mir die Freude zu beſchreiben, die ihm mein Anblick geſtern gemacht hatte. Der Wachdoctor mußte end⸗ lich den Ergießungen ſeines gerührten Bruderher⸗ zens durch einen Machtſpruch Einhalt thun, um ihm keine Erſchöpfung zuzuziehen. Jetzt kam ſeine Frau mit dem Arzte, der ſehr zufrieden mit ſei⸗ nem Kranken ſchien, und uns verſicherte, daß, wenn es bis morgen ſo fortginge, er uns wieder Hoff⸗ nung geben könne. Wie kann ich Dir das Wieder⸗ aufleben des guten Weibes, die ängſtliche Freude, die aus ihrem Geſichte ſprach, dieſe rege Thätig⸗ keit, ihren Mann zu bedienen, ſeinen Zuſtand zu erleichtern, und alles zu vermeiden, was ihn von Neuem in Gefahr ſtürzen könnte, beſchreiben Ich ſah ihr eine Weile zu, und bey dem Anblick dieſer heiligen Auftritte häuslichen Glückes und ehelicher Treue fingen die Wunden meines Herzens auf's Neue zu bluten an. So hatte ich auch einſt geliebt und beſorgt zu werden gehofft, ſolche Treue, ſol⸗

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