Teil eines Werkes 
3. Theil (1824)
Entstehung
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machte ſie taub gegen die Stimme der Ehre, unzugänglich fuͤr das Gefuͤhl der Billigkeit. Bald nach dieſen kam auch Frau Vaners⸗ ken nach der Hauptſtadt. Sie hatte die Nach⸗ richt von dem Tode ihres Sohnes und des Mannes, der einſt ihr Gatte geweſen war, bei⸗ nah zu gleicher Zeit empfangen. Sprach man jetzt mit ihr von Alfred, ſo ſiegte die Natur und ihre Thraͤnen zeigten die Wahrheit ihrer Empfindung; erwaͤhnte man dagegen Deſodry, ſo nahm ſie ein geziertes Weſen an, ſeufzte und verlor ſich in hohle Phraſen. Ihrem jetzigen Gemahle ging uͤbrigens mit meines Freundes Hinſcheiden die Sonne des Gluͤcks auf. Alles, was die kaiſerliche Gunſt dieſem zugedacht hatte, bekam er; Vanersken wurde Großkreuz der Eh⸗ renlegion, Graf und Staatsrath. Einſt trafen ſich die Gräfin Corbin und Deſodry's einſtige Gattin in Geſellſchaft bei der Frau von Duͤclair. Beide kannten die Ver⸗ haͤltniſſe, in welchen ſie gegenſeitig zu dem Ver⸗ ſtorbenen geſtanden hatten, beide betrachteten ſich mit den Augen des Widerwillens, beide ſpra⸗