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meines ungluͤcklichen Freundes neu zu beleben. Ein Strahl von Hoffnung fiel wieder in ſeine Seele;„O mein Aubin!“ rief er aus und druckte mir die Hand,„ich verſtand nicht zu leben, Dank Dir, ich weiß nun zu ſterben. Aber ach, daß ich fern von meinen Kindern ſterben muß, denen ich ein ſo uͤbeles Beiſpiel gab!.. Mein Alfred ging mir voran... mein Sohn Gu⸗ ſtav iſt beinah zwei hundert Stunden fern von mir, in einem eben ſolchen Strudel ſchon befan⸗ gen, wie ich es war und meine Tochter, meine arme Eveline, an einen Menſchen ohne Herz, ohne Zartſinn gekettet.... und ihre Mutter! die ich ſo ſehr liebte, auch die iſt ſem auch die ich jetzt ganz allein doch nein! ich habe ja Dich, mei⸗ nen Bruder, meinen einzigen, meinen letzten Freund.—— Gegen zwei Uhr in der Nacht fuhr ein Wagen vor; meine Gattin, ſeine Schweſter, kam. Thraä⸗ nen ſtuͤrzten aus ſeinen Augen als ſie eintrat. „O!“ rief er aus,„ich glaubte einſam ſterben zu müſſen, nun tritt doch noch die Liebe an mein 15*


