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jetzt nahm ſie ſich vor, als Schriftſtellerin zu glaͤnzen. Entwuͤrfe zu Romanen, zu morali⸗ ſchen Erzählungen und Erziehungsſchriften durch⸗
kreuzten ſich in ihrem Kopfe. Hatte ſie erſt
ihre Freiheit erlangt, dann wollte ſie ein großes
Haus machen, Philoſophen, Dichter, Gelehrte,
ſchoͤne Geiſter jedes Geſchlechtes und jeder Art
ſollten den Kreis um ſie bilden, und wie konnte
Deſodry ihr bei alle dieſem mit ſeiner Regſam⸗ keit, ſeinem Feuer, behuͤlflich ſeyn! Wie wuͤrde er ihr, ſo hoffte ſie, in ihren philoſophiſchen, philantropiſchen und äſthetiſchen Beſtrebungen beiſtehen! Er war jung, reich, huͤbſch, voll Geiſt und Leben, er mußte gefallen.—
In den erſten Augenblicken ihrer Unterhal⸗ tung war Deſodry jetzt noch niedergeſchlagen und ſchuͤchtern. Das Gefuͤhl ſeiner unüberleg⸗ ten raſchen Handlung, ſelbſt noch ein Anklang ſeiner alten Frömmelei, erfuͤllten ihn noch mit Reue und Schaam; der Tadel, welchen der Doctor Thierry und ſelbſt der ſanfte l'Omont
uͤber die Art und Weiſe ausgeſprochen hatten,
wie er die erſt ſich vorgeſteckte Bahn verließ,


