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ländlichen Zeſte, zu welchem ihre Tante ſie mit genommen hatte, vergnuͤgt habe. Das Gemiſch von Damen und Baͤuerinnen, von Bauern und Herren, die Menge Zelte, unter welchen die Kaufleute ihre Waaren ausgelegt hatten, die Muſik, die Schaukel, das Ringſtechen, vor allem der Tanz unter den gruͤnen Baͤumen, hatten ein eben ſo angenehmes als mannigfaches Bild gewaͤhrt. Ihre Couſine hatte nur ein ein⸗ ziges Mal und dies mit Herrn Daubert getanzt, der natuͤrlich nicht gefehlt hatte; ſie aber hatte dagegen geglaubt, die Aufforderung einiger jun⸗ gen Landleute nicht ablehnen zu duͤrfen.
Georg betrachtete das Maͤdchen aufmerkſa⸗ mer als er auf ihre Worte hoͤrte, und ſtatt in ihre Frohlichkeit einzuſtimmen, ſagte er mit ge⸗ ruͤhrtem Tone zu ihr:„Mademoiſell, Ihre Gou⸗ vernante hat mir das Ungluck erzahlt, welches Sie ſchon traf; o wie ſehr nehme ich Theil da⸗ ran!“ Victorine wurde bei dieſen Worten ernſt; erſtaunt, erweicht ſah ſie ihn an; der Rame
ihrer Mutter, der ihres guten Großonkels, kamen
ihr unwillkuͤhrlich auf die Lippen, eine Thraͤne
trat ihr in das Auge. Georg fuͤhlte ſich nun L. 3


