Victorinen erzogen und fruher auch deren Mut⸗ ter und Madame Duͤbrocard; ſeit lange ſchon hatte ſie die Aufmerkſamkeit bemerkt, welche Herr Dercy ihrer jungen Schuͤlerin zollte und war ihm deswegen ſehr gewogen geworden. Georg. glaubte jezt eine gute Gelegenheit gefunden zu haben, um das zu erfahren, was er wuͤnſchte; er ließ ſich in ein Geſpraͤch mit der Alten ein und da er dabei immer mehr und mehr ein großes Intereſſe an Viectorinen entwickelte, ſo wurde es ihm nicht ſchwer, die ohnedem red⸗ ſelige Frau geſpraͤchig zu machen.
„Ach, mein Herr!“ rief ſie,„das arme Kind hat ſchon viel Ungluͤck erduldet, eben ſo wie ihre Eltern. Ihr Vater, Herr Lorſay, ein junger Officier, und ihre Mutter, Mademoiſelle Clara Belmont, eine meiner alten Schuͤlerinnen, hatten ſich aus Liebe mit einander verbunden. Die beiden Familien haben die Arme ſehr ge⸗ quaͤlt. Voll Zutrauen lieh Herr Lorſay ſein gan⸗ zes kleines Vermoͤgen, zwanzigtauſend Franken, dem Herrn Kervon, einem ſeiner Bekannten, einem Schiffsrheder zu Lorient, der eine große Reiſe unternehmen wolle; ſeitdem hat man nie


