Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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ihren Geliebten in das katholiſche Lager hinüberführe, ſich denſelben zu erhalten und zugleich mit der Ausſicht auf dieſes Vorhaben den nach einer Entſcheidung drän⸗ genden Pater hinzuhalten. Wie dieſen Fehlſchlag vor demſelben entſchuldigen? Wie eine neue Ausflucht er⸗ ſinnen? Denn, ſeltſames Geheimniß des menſchlichen Her⸗ zens, in dem gleichen Momente, wo die Gefahr vor ſie hintrat, den Geliebten ſich für immer von ihr wen⸗ den zu ſehen, empfand ſie zum erſten Male klar und beſtimmt, mit welcher dämoniſchen Gewalt dieſe Liebe ihr ganzes Sein beherrſchte. Nur eins ſtand in der Nacht ihrer Verzweiflung klar vor ihrer Seele, ſie konnte von dieſem Manne nicht laſſen. Trotz ihrer Niederlage, ihrer Demüthigung zürnte ſie nicht ihm, nur wider die Ge⸗ walt der Umſtände, nur gegen die Beiden, welche ſie gezwungen hatten, den ihr plötzlich ſelber als von vorn⸗ herein völlig ausſichtslos erſcheinenden Verſuch zu ſeiner Bekehrung zu wagen, bäumte ihr Zorn ſich auf. War es

ihr ſo lange unterdrückter Eigenwille, der bei dem Ge⸗

danken an den ihr drohenden Verluſt ihr Blut in Wallung ſetzte, war es die rächende Hand der Vergeltung, welche dieſes Weib erfaßt hielt, die herzloſe Intriguantin, welche im Verfolg ihrer teufliſchen Zwecke ſo lange und ſo oft die heiligſten Empfindungen der Menſchenbruſt mit Füßen getreten hatte, ſah ſich von ihrer bis zur Raſerei ent⸗