Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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Nur kurz

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Stimme ſeiner Offenbahrung, daß du in den ſelig⸗ ſten Verhältniſſen mit ihm ſtehſt, daß du zu der Hoff⸗ nung einer ewig dauernden Gluckſeligkeit von ihm be⸗ rufen biſt, und deine Dankbarkeit, deine Liebe gegen ihn ſollte nicht dadurch neue Nahrung, neue Stär⸗ kung erhalten? Nein! es iſt unmoͤglich, daß der⸗ jenige, der uber Gott oft, gern und gruͤndlich nach⸗ gedacht hat, der ſich dadurch eine richtige Kenntniß von ſeinem Weſen und von ſeinen Eigenſchaften, von den Verhältniſſen, in welchen er mit ihm ſteht, ver⸗ ſchafft hat, ein Sklave der Suͤnde ſeyn, ſich ihrem Joch unterwerfen und der ſonften Herrſchaft der Tu⸗ gend entſagen ſollte. Nur, daß ſo viele Menſchen Gott nicht kennen, daß ſie nie oder nur ſelten uͤber ihn nachdenken, daß ſie nicht wiſſen, was er ihnen iſt, daß ſie ſich nur mit dem Mundglauben von ſei⸗ nem Weſen und ſeinen Eigenſchaften begnuͤgen, nur dieß iſt die traurige Urſache von der Herrſchaft der Suͤnde. Ich kann den nicht lieben, den ich nicht kenne, und wenn er der Inbegriff aller Vollkommen⸗ heiten iſt; und wen ich nicht liebe, deſſen Gebothe ſind mir gleichguͤltig, ich befolge ſie nie aus eigner Wahl, ſondern allenfalls nur aus Zwang. Die Ausuͤbung jeder chriſtlichen Tugend aber muß frey⸗ willig ſeyn, ſonſt iſt ſie nicht Tugend.

Allein, dieß alles, o Chriſt, iſt nicht der ein⸗ zige Vortheil, den dir ein vernuͤnftiges Nachdenken uͤber Gott verſchafft. Es lehrt dich auch richtige Be⸗ griffe von den Freuden und Leiden dieſes Lebens, und ſo lange deine Vorſtellungen von jenen ſowohl,

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