Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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Gottes, oder die tiefſinnigſte Unterſuchung ſeines Weſens und ſeiner Eigenſchaften. Nur alsdann, wenn wir uns dieſe Fragen nach den Ausſpruͤchen der Vernunft und der Schrift genau zu beantworten wiſ⸗ ſen, koͤnnen wir behaupten, daß wir vernuͤnftig uͤber Gott nachgedacht haben, und je oͤfterer wir auf dieſe Art unſer Rachdenken beſchäftigen, deſto groͤßer wird der Rutzen und das Vergnuͤgen ſeyn, das wir daraus

ſchöpfen.

Ich kann die richtigſte Kenntniß von Gott, ſei⸗ nem Weſen und ſeinen Eigenſchaften, von allen Ver⸗ hältniſſen, in welchen ich mit ihm ſtehe, und ven welchen mich Vernunft und Offenbahrung unterrich⸗ ten, mir erworben haben, und mein Nachdenken uber Gott iſt immer noch mangelhaft, wenn ich hier⸗ bey ſtehen bleibe. Will ich bey dieſem Nachdenken ganz nach den Vorſchriften der Vernunft handeln, ſo muß ich drittens die Pflichten, die aus allen dieſen Kenntniſſen fuͤr mich herfließen, ſorgfaͤltig kennen lernen, und es verſteht ſich von ſelbſt, daß ich nie vernuͤnftig handle, wenn ich eine mir obliegende Pflicht kenne, und ſie doch nicht getreu ausuͤbe. Bin ich von ihm, bin ich durch ihn, bin ich in ihm, iſt alles, was ich bin und genieße, Geſchenk ſeiner Guͤte, ſo muſſen wichtige Pflichten fuͤr mich daraus her⸗ fließen.

Ich muß mich alſo oft ſelbſt fragen: Iſt Gott der Allwiſſende, der Allgutigſte, iſt er das heiligſte, das gerechteſte Weſen, wie muß ich mich ſodann

gegen

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