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du, auch das Weſen und die Eigenſchafken Gottes aus der Natur und der Offenbahrung noch ſo richtig und vollſtändig, als es dir moͤglich iſt, haſt kennen ler⸗ nen, und du vernachläßigeſt dabey, daruͤber nach⸗ zudenken, was denn dieß alles fuͤr Beziehung auf dich hat? zu welchen Pflichten dieſe oder jene Eigen⸗ ſchaft Gottes dich antreibt? in welchem Verhältniß du mit ihm ſtehſt, und welches die Folgen dieſes Verhältniſſes ſind? ſo bleibt deine Kenntniß von Gott ſehr mangelhaft, und du wirſt wenig bleibenden Nutzen aus ihr ſchoͤpfen koͤnnen. Hoͤchſtens wirſt du Gott dadurch bewundern, oft fuͤrchten, aber nie lie⸗ ben lernen. Der erhabenſte Gegenſtand, der keinen Bezug auf uns hat, wirkt allenfalls Erſtaunen und Lobpreiſung, aber nie das ſelige Gefüͤhl der Freude, des Vergnuͤgens, und der liebe in uns.
Willſt du noch mehr Irrthum auf dem Wege, Gott zu kennen, vermeiben, ſo bilde viertens Gott nicht nach dir. Erhoͤhe nicht deine Leidenſchaften, oft ſelbſt deine Fehler und die Schwächen deiner Natur zu Beſtandtheilen ſeines Weſens. Dieß iſt die Thorheit der Menſchen vom Urſprunge ihres Ge⸗ ſchlechts an geweſen, und ſie iſt es noch jetzt. Dieß iſt die Hauptquelle aller irrigen Gottesverehrung. Der Menſch, der ſtolze eingebildete Menſch, erhoͤht ſeine Thorheiten und Mängel nur gar zu gern zum Range der Tugenden, und er glaubt dieß nicht ſicherer thun zu koͤnnen, als wenn er das Bild, welches er ſich von Gott eutwirft, mit ſeinen eignen Fehlern und


