Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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vorher, was du als ein zur Freyheit geſchaffner Menſch thun wirſt, wenn du auch nicht begreifſt, wie er es weiß. Er mag nach den Geſetzen der hoͤchſten Vollkommenheit oder der hoͤchſten Gluͤckſeligkeit, oder der hoͤchſten Guͤte handeln, ſo handelt er allezeit gut, und ſeinen großen Endzwecken gemaß.

Begnuͤge dich alſo, von ſeinem unerforſchlichen Weſen nur ſo viel zu erkennen, als Vernunft und Offenbahrung dir klar und deutlich davon lehren. Mache dir vor allen Dingen richtige Begriffe von ſei⸗ ner Heiligkeit, die alles, was Unrein und Suͤnde iſt, ihm verabſcheuungswuͤrdig macht; von ſeiner Gerechtigkeit, die nie ſtraft, als nur zu beſſern und Vollkommenheit zu befoͤrdern; von dem hoͤchſten Grade ſeiner Guͤte, die jedem ſeiner Geſchoͤpfe ſo viel Gluͤckſeligkeit mittheilt, als es zu genießen vermoͤ⸗

gend iſt; von dem unermeßlichen Umfang ſeiner Lie⸗

be, welche der unerſchoͤpfliche Quell des Freudenge⸗ nuſſes ſeiner vernuͤnftigen Geſchoͤpfe von Ewigkeit zu Ewigkeit iſt.

Wäre aber auch deine Kenntniß von Gott die richtigſte, wurdeſt du auch beyde vorher angegebenen Abwege gluͤcklich vermeiden, ſo huͤte dich ſorgfältig auch vor dem dritten Abweg: Begnuͤge dich nicht, bloß zu wiſſen, wer Gott iſt, ohne zugleich nachzu⸗ forſchen, was er dir iſt, und welche Verbindlich⸗ keiten fur dich daraus herfließen.

Die richtigſte Kenntniß von Gott iſt ohne dieß

Nac forſchen von keinem Nutzen fuͤr dich. Wenn du