Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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der Leitung der Vernunft und der Offenbahrung ihn immer genauer kennen zu lernen. Du mußt nie zu träge ſeyn, deiner Kenntniß von Gott gemäß zu handeln.

Vermeide aber auch zweytens den andern Feh⸗ ler: Gruͤble nie uͤber Gott. Unterfange dich nie, in die Tiefen ſeines Weſens blicken zu wollen. Du wuͤrdeſt Jrrthum ſtatt Wahrheit ergreifen. Gott wohnt in einem licht, zu welchem Niemand kommen kann. Quaͤle dich alſo nicht mit unnuͤtzen Unterſu⸗ chungen uͤber den Grund ſeines Daſeyns, uͤber ſein Weſen und ſeine Eigenſchaften, welche ſchon ſo man⸗ chen Weiſen dieſer Welt zum Thoren gemacht haben. Ob die Vernunft ſein Daſeyn durch die richtigſten Schlußfolgen erweiſen kann oder nicht? Ob die Be⸗ griffe von Zeit und Raum auf ihn anwendbar ſind oder nicht? Wie er vorhanden iſt? Wie er freye Handlungen der Menſchen voraus ſieht? Welches die hoͤchſten Grundgeſetze ſeiner phyſiſchen und mora⸗ liſchen Weltregierung ſind? Die tiefſinnigſte Unter⸗ ſuchung aller dieſer und aͤhnlicher Fragen wird dich einer richtigen Kenntniß von Gott keinen Schritt nä⸗ her bringen. Oft wird ſie dich in Irrthum, Zwei⸗ felſucht, Unglauben ſtuͤrzen. Gott iſt; deine Ver⸗ nunft mag ſein Daſeyn durch Schlußfolgen erweiſen koͤnnen oder nicht. Dieß lehren dich die deutlichern Stimmen der Natur, deines eignen Gefuͤhls, und der Offenbahrung, weit nachdruͤcklicher, als die Stimmen deiner Vernunftſchluͤſſe. Er weiß alles

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