Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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woher

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woher ruͤhren ſie ſonſt, als weil ſie ſich nie bemuͤht haben, mit Vernunft uͤber Gott, ſein Weſen und ſeine Eigenſchaften nachzudenken? Wenn der eine ſich bloß mit demjenigen begnuͤgt, was er in ſeiner Jugend auswendig gelernt hat, ſo wagt ſich derje⸗ nige, der ſich weiſer duͤnkt, in die Tiefen der Gott⸗ beit, und will erforſchen, was ihm nie erforſchlich ſeyn kann. Wenn der Erſtere oft Gott als einen har⸗ ten, rachgierigen Despoten ſchildert, ſo träumt ſich der Andere ſehr oft einen ſchwachen gutmuͤthigen Gott, der nie ſtraft, nur belohnt, den jede unvollkommne Reue befriediget. Wenn der Eine mehr gruͤbelt, was Gott iſt, als was er ihm iſt, ſo begnugt ſich der An⸗ dere mit einem leeren Glaubensbekenntniß von Gott, ohne auf die Pflichten zu achten und ſie auszuuͤben, die Gott von ihm fordert. Der Eine furchtet alles von Gott, der Andere hofft alles von ihm, und Beyde irren, und die Quelle ihres Irrthums iſt mangelhaf⸗ tes Nachdenken uͤber Gott. Mit einem Worte, die meiſten Menſchen bilden ſich Gott nach ſich ſelbſt, ge⸗ ben ihm das Weſen, die Eigenſchaften, die ihren eignen Leidenſchaften gemaͤß ſind, und die Folgen dieſes Irrthums muſſen alſo nothwendig in ihre Re⸗ ligionsbegriffe einen ſehr nachtheiligen Einfluß haben. Laßt uns verſuchen, ob wir uns fur dieſen Irr⸗ thum bewahren und uns einen richtigen Begriff ver⸗ ſchaffen können: Wie wir uͤber Gott nachdenken müſſen, wenn dieß Nachdenken vernuͤnftig und von geſegneten Folgen fur uns ſeyn ſoll. S Die

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