Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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wenn er nichts als freudenreiche Tage gekannt hätte. Sehet, mit welcher Unerſchrockenheit er ſein Haupt uͤber jeden Sturm des Ungluͤcks empor hebt, wie jeder Schmerz, jeder Kummer, ihm neue Kraft zur Aus⸗ uͤbung dieſer oder jener Tugend mittheilt, und ihr wolltet dieſem Ehrwuͤrdigen den Ruhm ſtreitig ma⸗ chen, daß er ſich einem hohen Grad der chriſtlichen Vollkommenheit nähere. Wenn war euer Hei⸗ land und Herr ſelbſt bewundernswuͤrdiger, als unter der Laſt der Leiden, die er trug? Wenn har er mehr Beweiſe ſeiner hohen Ve ollkommenheit gegeben, als da er ganz troſtlos am Kreutz hieng, ganz verlaſſen, ſelbſt von Gott ſeinem Vater verlaſſen zu ſeyn klagte? Sammelte er nicht ſelbſt in dieſem Leiden neue Kraft zum Vertrauen zu Gotr, in deſſen Hände er ſeinen Geiſt ruhig niederlegte? Konnte er ſich nicht ſelbſt in dem Augenblicke des Todes ruhmen, daß er alles vollbracht habe, was er vollbringen ſollen, und die Vollkommenheit erreicht habe, die er in ſeinem irdi⸗ ſchen Leben erreichen ſollte?

Werden wir nunmehr nicht eingeſtehen muͤſſen, meine Theuerſten, daß der Apoſtel in den oben ange⸗ führten Worten Recht hat, wenn er behauptet, daß alle Züchtig ung fuͤr diejenigen, die dadurch geuͤbt werden, eine friedſame, heilſame Frucht der Gerech⸗ tigkeit, des Wachs thums in der chriſtlichen Vollkom⸗ menheit verſchafft? Werden wir nicht eingeſtehen daß es wahr iſt, was er ſagt, daß uns Gott zuͤchtiget zum Nutz, auf daß wir ſeine Heiligung er⸗ —„und daß er Jeden züchtiget, den er lieb hat,

daß

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ſale und So