Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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Kleinod, die Reinigkeit ſeiner ſchoͤnſten Tugenden, verloren gehen, befleckt werden kann, wenn er an der Hand des Gluͤcks durch die ſo gefahrvollen Kruͤm⸗ mungen ſeiner irdiſchen Laufbahn ununterbrochen wandelt. Ja, dann dankt er dem Geber der Freu⸗ den und der Leiden, daß er ihm Truͤbſale ſandte, die ihn zu ſeiner Pflicht zuruͤckrieſen. Dankbar nutzt er ſie, ſich dadurch in der Ausuͤbung ſeiner Pflichten zu ſtarken, ſich in den Tugenden, die er zu vernachlaͤſ⸗ ſigen in Gefahr war, von neuem zu befeſtigen. Der Verluſt ſeiner Guͤter, der Tod ſeiner Geliebten, der Schmerz der Krankheit, und jedes andere Uebel, un⸗ ter welchem er leidet, erinnert ihn an jenen heilſamen Zuruf des Apoſtels: Habt nicht lieb die Welt und was in der Welt iſt, denn die Welt vergehet mit ihrer Luſt. Wer aber den Willen Gottes thut, der bleibt in Ewigkeit. Mit neuem Muth, mit ge⸗ ſtarkcem Eifer geht er dann mit nicht mehr wanken⸗ dem, ſondern mit feſtem Schritt auf dem Wege der Tugend und Rechtſchaffenheit vorwärts, von welchem er abzuweichen in Gefahr war.

Unermuͤdete Uebung in jeder Tugend war die vierte Wohlthat, die wir dem Einfluß der Leiden und Truͤbſale auf unſere Tugenden zu danken haben. Denkt euch, meine Geliebten, eine chriſtliche Tu⸗ gend, welche ihr wollt, und faßt den feſten Entſchluß, es in dieſer Tugend immer hoͤher und hoͤher zu brin⸗ gen. Wie wollt ihr es anfangen, euch in dieſer Tu⸗ gend immer vollkommner zu machen, wenn ihr nicht

Leiden