Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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detes Beſtreben, dieſem Gott, den ihr ſo innig, ſo aufrichtig liebt, ähnlich zu werden, und der weſent⸗ liche Inhalt dieſes hoͤchſten Sittengeſoetzes beſteht alſo vorzuͤglich in dem Anbefohlniß eures Beſtrebens nach dieſer Aehnlichkeit mit Gott.

Ohne Liebe gegen den Noͤchſten wurdet ihr euch nach dieſer Aehnlichkeit vergeblich beſtreben. Das euch anbefohlne Beſtreben nach der Aehnlichkeit mit Gott ſchließt alſo das Anbefohlniß der Liebe gegen Gott mit in ſich.

Dieſe tiebe des Nächſten, die uns dieß höchſte

Sittengeſetz gebeuth, iſt, wie ich euch ſchon geſagt

babe, mit der Liebe zu Gort einerley. Sie grundet ſich zugleich mit auf richtige Einſicht in den hohen Werch der moraliſchen Ratur des Menſchen und auf Schatzung dieſes Werths, auf richtige Kenntniß und Beurtheilung der Abſichten, aus welchen Gott ein mit Vernunft und Freyheit begabtes moraliſches Ge⸗ ſchoͤpf in dem Menſchen entſtehen ließ, und der ver⸗ ſchiedenen Verbindungen und Verhaͤltniſſen, in wel⸗ che Gott den Menſchen durch die Einrichtung der Welt geſetzt hat. Dieſe richtige Kenntniß der phyſiſchen und moraliſchen Beſchaffenheiten leiten unausbleib⸗ lich zu einem aufrichtigen, dienſtfertigen Wohlwol⸗ len gegen das ganze Menſchengeſchlecht, und dieß Wohlwollen gegen das ganze Menſchengeſchlecht iſt alſo gleichfalls Anbefohlniß des hoͤchſten Sittenge⸗ ſetzes, und dieß Anbefohlniß ſetzt die Befolgung der Hauptmaxime unſerer Handlungen feſt: Handle ge⸗ gen

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