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gen deinen Nächſten ſo, wie du willſt, daß er ge⸗ gen dich handeln moͤge.
Sehet! dieß iſt der ganze Inbegriff der Pflich⸗ ten, welche das hoͤchſte Sittengeſeß von uns fordert, und die Erfullung dieſer Pflichten erhoͤht uns allein zu der Wuͤrde wahrer Chriſten.
O, meine Theuerſten, moͤchtet ihr doch es eure wichtigſte Angelegenheit ſeyn laſſen, euch zu dem Be⸗ ſitz der Liebe zu Gott und ſeinen Menſchen fähig zu machen, und dem hierzu euch von Gott gegebenen hoͤchſten Sittengeſetz ſtets gemãß zu handeln! Moͤch⸗ tet ihr euch alle die Eigenſchaſten verſchaffen, die in dem Vorhergehenden angegeben worden ſind, und die von dem Weſentlichen dieſer Liebe unzertrennlich ſind! Dann wuͤrde auch dieſe Liebe die ſicherſte Fuͤh⸗ rerin in allen euren Verhältniſſen ſeyn, in welchen ihr ſteht, und ihr wuͤrdet auch ſodann ihre ſeligen Folgen genießen.
Ja, beſeelt euch dieſe Liebe zu Gott und dem Kächſten, ſo wird ſie euch in jedem Verhaͤltniß, in welchem ihr ſteht, belehren, was die chriſtliche Mo⸗ ral von euch fordert. Sie wird euch zu jeder Tugend, die ihr auszuuben habt, die ſicherſte Anleitung geben. Sie wird euch uͤber jede Pflicht belehren, die aus dieſen Tugenden entſpringt, ihr moͤget dieſe Pflicht nun Gott und eurem Herrn Jeſu Chriſto unmittel⸗ bar, oder eurem Nächſten, euch ſelbſt, oder jedem andern Verhaltniß, in welchem ihr mit den Dingen⸗ die


