. Handlungen mit ihren Vorſchriften uberein! Unſer großer Lehrer lehrte nichts, was er nicht ſelbſt that. Alle ſittlichen Geſetze, die ſich aus ſeinem Hauptgeſetz entwickeln, befolgte er mit der groͤßten Trene, und er allein war es, welcher fragen konnte: Welcher unter euch kann mich einer Suͤnde zeihen? In die⸗ ſem ſeinem Beyſpiel finden wir die kuͤrzeſte und rich⸗ tigſte Anweiſung, wie auch wir handeln muͤſſen, wenn wir dem uns vorgeſchriebenen Sittengeſetz gemäß le⸗ ben wollen. Er hat uns ein Vorbild gelaſſen, daß wir nachfolgen ſollen ſeinen Fußſtapfen. Ich kann auch, meine Lieben, nie oft genug erinnern, daß ihr dieß Beyſpiel eures Herrn doch ſtets vor Au⸗ gen haben moͤchtet. Der menſchliche Geiſt iſt ſo ge⸗ artet, daß ſeine moraliſche und unmoraliſche Bildung hauptſächlich durch Beyſpiele bewirkt wird. Wir fuͤhlen eher, als wir urtheilen, und Beyſpiele, die auf unſer Gefühl wirken, muͤſſen uns alſo nothwendig ſärker an ſich ziehen, als Lehrſätze, die bloß unſern Verſtand uberzeugen ſollen. Laßt uns alſo nie die Frage vergeſſen, was chat unſer Herr in dieſem oder jenem Fall? und laßt uns ſtets der Beantwortung dieſer Frage gemaß handeln.
Mir deucht, wir haben uns hinlänglich über⸗ zeugt, wie groß das Verdienſt Jeſu um die Bekannt⸗ machung des hoͤchſten Sittengeſetzes ſey. Laßt uns nunmehr dieß Geſetz der Liebe noch etwas genauer be⸗ trachten. Wir muͤſſen uns vor allen Dingen einen richtigen Begriff von dem Inhalt dieſes Geſeßes! machen,
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