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machen, uns ſodann uͤberzeugen, daß es das hoͤchſte Sittengeſetz ſey, und es endlich nach ſeinen verſchie⸗ denen Zweigen genau kennen lernen, damit wir untz von dem Umfange der Pflichten unterrichten können, die aus dieſem Geſetz herfließen.
Wollen wir nicht bloß mit Worten ſpielen, ſo muͤſſen wir vor allen Dingen uns einen richtigen Be⸗ griff verſchaffen, was heißt: Gott und ſeinen Mach⸗ ſten lieben? und worinne beſtehet alſo der Inhalt dieſes hoͤchſten Sittengeſetzes? Iſt es dir ein Ernſt, o Juͤngling, deine junge Seele zu der Liebe gegen Gott zu bilden, ſo lerne das Weſen dieſer Liebe ken⸗ nen. Der Grund aller unſerer Liebe iſt Kenntniß der Vollkommenheiten eines Dinges mit Bezug auf uns. Aechte Liebe zu Gott hat nicht Statt, wenn du dich nicht beſtrabſt, richtige Einſichten von den Eigenſchaften und Vollkommenheiten Gottes und von deinen Verhältniſſen gegen ihn zu erlangen. Wie willſt du ſagen, du liebſt Gott, den du nicht kennſt? Wie ſoll das Feuer dieſer Liebe dein Herz erwärmen, und du haſt dich nie bemuͤht, nachzuforſchen, wie und worinne er ſich dir offenbahrt hat? und was er
dir iſt? Lerne alſo zufoͤrderſt ihn, den Unbegreif⸗
lichen, ſo eifrig aus ſeinen Werken der Macht, Weis⸗ heit und Gnade kennen, als es deinen ſchwachen Kraͤften moͤglich iſt; lerne die Verhältniſſe kennen, in welchen du mit ihm ſtehſt; dann wirſt du ihn auch lieben lernen. Denn es iſt nicht möglich, ihn zu kennen, zu wiſſen, was er dir iſt, nach der Lehre


