Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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Rachdruck und Deutlichkeit gethan, als Jeſus Chri⸗ ſtus; und wer hätte dieß auch in einem hoͤhern voll⸗ kommnen Grad thun koͤnnen, als Er, der einge⸗ bohrne Sohn des lebendigen Gottes! Alles, was er lehrte, bezog ſich auf die hoͤchſte Stufe der menſch⸗ lichen Moralität, der Aehnlichkeit mit Gott. Seyd vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkom⸗ men iſt! Dieß war das Hauptthema aller ſeiner Belehrungen. Alles, was der Menſch thun muß, um dieſe hoͤchſte Stufe ſeiner Moralität zu erlangen, ſammlete er unter ein einziges Grundgeſetz ſeiner gan⸗ zen Sittenlehre: Liebe Gott und deinen Naͤchſten! Dieß iſt das hoͤchſte und vornehmſte Geboth, lehrte er, Du ſolſſt lieben Gott deinen Herrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und aus allen deinen Kraͤften. Das andere iſt dem gleich: Du ſollſt deinen Nächſten lieben, wie dich ſelbſt. In dieſen beyden Geſetzen hanget das ganze Geſetz und die Propheten; das iſt: Dieſe beyden Geſetze, die im Grunde nur eins ſind, ſaſſen alles in ſich, was Gott durch Vernunft und Offenbahrung als ſeinen Willen bekannt gemacht hat.

Zwar belehrt uns Chriſtus ſelbſt, daß er dieß einzige und hoͤchſte Sittengeſetz nicht erſt jetzund bey ſeiner Erſcheinung in der Welt aufgeſtellt hat; Er ſagt ſelbſt, daß dieß Geſetz die Grundlage der Mo⸗ ſaiſchen Religion ſey, und in dieſe Moſaiſche Reli⸗ gion war es aus der Patriarchaliſchen Religion uͤber⸗ getragen worden. Schon zu Abraham ſagte Gott:

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