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forderung der Tugend und Rechtſchaffenheit, Gluckſeligkeit uͤber unſere Nebenmenſchen zu ver⸗ breiten. Hierin beſteht die wahre Liebe des Naͤchſten, und ſie allein iſt es, durch welche ihr einer Aehnlichkeit mit Gott faͤhig werden koͤnnt, deſſen eigene Seligkeit in der Mittheilung derſelben beſteht. Dieſe Liebe des Naͤchſten bedarf nicht erſt genauer Kenntniß von dem Werch deſſelben. Sein Beduͤrfniß beſtimmt ſeinen Werth. Eigennutz, Selbſtſucht, Ruhmſucht, falſches Mitleiden haben keinen Einfluß auf die Handlungen dieſer Liebe; aber weiſes, thaͤtiges Wohlwollen gegen Jedermann, iſt das ſicherſte Motiv dieſer Handlungen. Aus dieſer genauen Verbindung der Gottes⸗ und Men⸗ ſchenliebe entſteht dann der edle erhabene Charakter des wahren Chriſten, dem reine Tugend, in ſo weit ſie in ſeinen Kraͤften iſt, ſein liebſtes Geſchafft iſt. Er weiß, je hoͤher der Grad der Tugend iſt, zu dem er ſich bildet, deſto groͤßer und reiner iſt ſeine Gluckſeligkeit, die unausbleibliche Folge ſeiner Tugend, er mag dar⸗ auf Ruͤckſicht nehmen oder nicht.
Bildet euch nicht ein, daß es unmoglich ſey, ſich zu der Reinigkeit dieſes Charakters zu erheben. Schwer iſt es allerdings: aber in eurer eigenen mora⸗ liſchen Natur, und in dem unmittelbaren Beyſtand, den euch die Guͤte Gottes hierbey verheißen hat, liegen unerſchoͤpfliche Mittel, welche eurer Schwachheit zu Huͤlfe kommen, und ſie unterſtuͤtzen koͤnnen. Nur můßt ihr euch dieſer Mittel auch wirklich bedienen. Ich will euch kuͤrzlich daran nochmals erinnern:
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