Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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ſagt, er ſey im Lichte, und haſſet ſeinen Bruder, der iſt noch in Finſterniß. Aber liebe zu Gott und ſeinen Menſchen iſt nicht moͤglich, ohne Veredelung eurer ganzen Natur. Gott koͤnnt ihr nicht lieben, ohne Kenntniß und Empfindung ſeiner Vollkommenheiten, und ohne Neigung ihm aͤhnlich zu werden. Wollt ihr alſo dieſe Liebe zu Gott in euch erwecken, ſo muͤßt ihr euch vor allen Dingen gern mit dem Nachdenken uͤber dieſe ſeine Vollkommenheiten beſchaͤfftigen, muͤßt daraus empfinden lernen, was er euch iſt, und in wel⸗

chen Verhaͤltniſſen ihr mit ihm ſteht; iſt es euch Ernſt

ihm aͤhnlicher zu werden, ſo ſtudiert vor allen Dingen den erhabenen Charakter ſeines großen Geſandten, den Charakter Jeſu Chriſti. Es giebt kein leichteres, kein zuverlaͤſſigeres Mittel, ſich zu einem wahren Chriſten zu bilden, als das unablaͤſſige Studium dieſes Cha⸗ rakters. Von dieſem ſollte aller Religionsunterricht von der fruͤheſten Jugend an, freylich nach dem Grad der Faͤhigkeit des Lehrlings, ausgehen. Durch die im⸗ mer mehr und mehr zunehmende Bekanntſchaft mit dieſem Charakter muß nothwendig in der jungen Seele ein unausloͤſchliches Gefuͤhl fuͤr alles, was ſchoͤn, edel und gut iſt, erweckt, ernaͤhrt und befeſtiget werden.

Aus der Liebe zu Gott, fließt die wahre Liebe des Naͤchſten von ſelbſt. Dieſe Liebe des Naͤchſten iſt alsdenn nicht leeres Wortgetoͤne. Sie iſt alsdenn wirklich was ſie ſeyn ſoll, unermudetes Beſtreben nach dem erhabe⸗ nen Beyſpiel Gottes und ſeines goͤttlichen Geſandten, nach dem ganzen Maaß unſerer Kraͤfte, durch Be⸗

foͤrde⸗

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