Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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was er ſeyn ſoll. Die Bluͤthe des Kindes, die hier unreif abfiel, ſoll in dieſem Zuſtand zur Frucht reifen, der ſchwache Keim zur Tugend, der in ſo vielen Men⸗ ſchen nur erſt wurzelte, ſoll in dieſem Zwiſchenzuſtand mehr Stärke und Feſtigkeit erhalten. Der fromme Unwiſſende, der mißgeleitet durch ſeine Lehrer und Erzieher im irdiſchen Leben, voll von Irrthümern, Vor⸗ urtheilen und Aberglauben, und doch zugleich voll von wahrer Liebe zu Gott und ſeinen Menſchen im Tode entſchlummerte, ſoll in dieſem Zwiſchenzuſtand beſſer unterrichtet und erzogen werden. Freylich nahern ſich alle dieſe Behauptungen der Lehre vom Fegefeuer einer gewiſſen Kirchenpartey. Aber geſetzt dieſe Lehre waͤre auch mit ſehr großen Irrthuͤmern vermiſcht, muß ſie deswegen ganz falſch ſeyn? Und wer ſieht nicht, daß die Idee, die von einem Reinigungs⸗Vervollkom⸗ mungsort angenommen wird, eine ganz andere Vor⸗ ſtellung enthält, als das Fegefeuer dieſer Kirchenpartey. Man kann auch nicht laͤugnen, daß dieſe Idee ihren Urſprung in den älteſten Traditionen der Kirche hat, ehe dieſe Traditionen npch durch den geiſtlichen Ei⸗ gennutz gemißbraucht wurden. Daß indeſſen weder Seelenmeſſen, noch Fuͤrbitten der Heiligen, mit dieſem Zwiſchenzuſtand der Reinigung in einiget Verbindung ſtehen koͤnnen, darf wohl nicht erſt annoch ewähnt werden.

Die Idee von einem Reinigungs⸗ oder hoͤhern Vorbereitungszuſtand nach dem Tode, erregt in mir eine vierte Muthmaaßung uͤber den unmittelbaren Zu⸗ ſtand des Menſchen nach dem Tode. Ich denke mir den Tod in einer vollkommnen Aehnlichkeit mit Em⸗

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