Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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und dagegen Vernichtung haͤtte fuͤrchten müſſen? Mußte es ihn nicht ſchmerzen, daß er an dieſem ſo nahen Reich des Meſſias keinen Antheil nehmen ſollte? Wenn das moſaiſche Geſetz dieſer Unſterblichkeit nicht ausdruͤcklich gedenkt, und nicht die dadurch zu erwar⸗ tende ewige Gluͤckſeligkeit, ſondern bloß irdiſche Gluͤck⸗ ſeligkeit zum Motiv des Gehorſams gegen die goͤttli⸗ chen Gebote macht: ſo beweiſt dieß ja nicht, daß das hoͤhere Motiv zur Tugend, ewige Gluͤckſeligkeit, dem zuͤdiſchen Volk ganz unbekannt geweſen ſey. Dieß Ge⸗ ſetz hielt dem Kindesalter des Menſchen, bloß die nahen ſeiner Sinnlichkeit faßlichen Bewegungsgruͤnde vor, ohne deswegen die entferntern und ſchweren ganz aus⸗ zuſchlieſſen: ſo wie man das Kind zuweilen durch Be⸗ lohnung zum Fleiß ermuntert, ohne ihm ganz zu ver⸗ ſchweigen, daß dieſer Fleiß ſich eigentlich ſelbſt belohnt. Unſterblichkeit der Seele war auch kein unmittelbarer Gegenſtand des moſaiſchen Geſetzes, und es war da⸗ her auch nicht noͤthig, daß dieſe Wahrheit in dieſem Geſetz ausdruͤcklich erwaͤhnt ward. Ich finde alſo fuͤr mich, nicht den geringſten Zweifel, Unſterblichkeit der Seele als Volksbegriff der patriarchaliſchen und moſai⸗ ſchen Religion anzunehmen: aber vielleicht war es mehr Hoffnung, als feſte Ueberzeugung, und von der Auf⸗ erſtehung der Koͤrper wußte dieſe Religien ohne Zwei⸗ fel nichts. Von der patriarchaliſchen Religion pflanzle ſich der Glaube an Unſterblichkeit auch uͤber die ganze ubrige heidniſche Welt fort. Auch dieſer allgemeine Glaube an Fortdauer nach dem Tode, welcher auch den roheſien Voͤlkern eigen iſt, und welcher auf keine

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