Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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welchen der Volksglaube von der Fortdauer nach dem Tode, ſo ſehr dieß auch Fluͤgge läugnet, deutlich in ſich haͤlt. Selbſi die aͤchten judiſchen Lehrbegriffe von dem Reich des Meſſias gruͤnden ſich darauf, daß der bey der Erſcheinung dieſes Meſſias ſchon abgeſtorbene Theil der Nation zu ſolchem Reich mitgehoͤre, und ſetzt alſo die Fordauer ſeiner Exiſtenz feſt. Denn dieſes Meſſiasreich war dem Juden eine Rationalſache, die nicht bloß die lebende Generation, unter welcher der Meſſias auftrat, ſondern alle und jede Nachkommen Abrahams, die j mals gelebt hatten, und noch leben wuͤr⸗ den, angieng. Wenn mit dem politiſchen und moraliſchen Verfall der Nation, der Begriff vom Meſſias bloß auf

einen Volksbefreyer herab ſank: ſo war dieß doch nie

der Glaube des aͤchten Iſraeliten, z. B. eines Simeons, eines Zacharias. Der Glaube des aͤchten Iſraeliten dehnte die Wohlthaten des Meſſias auch auf diejeni⸗ gen aus, die da ſihen im Schatten des Todes, im Scheol; ob ſich auch gleich nicht beſtimmt angeben laßt, wie er dieß verſtand. Auch der ganze Geiſt der altteſtamentlichen Religion, welcher Heiligkeit und Reinigkeit der Sitten, als den unterſcheidenden Cha⸗

rakter des wahren Gottesverehrers erfordert, wurde eine

vergebliche und unnuͤtze Eigenſchaſt fordern, wenn nicht Theilnahme an dem Reiche des Meſſias, Abſicht die⸗ ſer Forderung paͤre: und wie waͤre dieſe bey jedem frommen Sleien ohne Fortdauer nach dem Tode moöglich geweſen? Wie baͤtte Simeon beten können: Herr, nun läſſeſt du deinen Diener im Frieden fahren! wenn er keine Unſterblichkeit des Geiſtes geglaubt haͤtte,

und

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