— —
8
*
—
—
—
246
waͤre es moͤglich, daß ihr nicht jeder Verſuchung zur Suͤnde widerſtehen ſolltet, wenn ihr euch oft und gern an ihn erinnert? Wie? ich bin unſterblich? es wartet nach meinem Tode ein ewiges Leben auf mich? und von der Art, wie ich hier in dieſem irdiſchen Leben zu denken und zu handeln gewohnt bin, haͤngt die gute oder ſchlimme Beſchaffenheit dieſes ewigen kuͤnftigen Lebens ab? und ich ſollte mich nicht mit allem Eifer beſtreben, hier ſo zu denken, ſo zu handeln, daß ich nach meinem Tode ewige Gluͤckſeligkeit hoffen kann? Wollt ihr jedoch den Gedanken eurer Unſterblichkeit, und die Ruhe und Heiterkeit des Geiſtes, die daraus entſpringt, ohne Stoͤrung eines Zweifels, einer Furcht des Gegen⸗ theils genießen: ſo ſucht die Beweiſe ſeiner Wahrheit und Richtigkeit allein in der Lehre Jeſu, und verlangt von der Vernunft nicht mehr, als daß ſie einen hohen Grad der Wahrſcheinlichkeit dieſer Unſterblichkeit er⸗ weiſt. Wollt ihr ihn nicht eher als wahr annehmen, als bis auch das bloße Licht der Vernunft euch von die⸗ ſer Wahrheit unwiderſprechlich uberzeugt: ſo werdet ihr vielleicht nie zur Ueberzeugung und Ruhe kommen, wenigſtens nie ſicher ſeyn, daß euch, irre geleitet, durch eigene oder fremde Spitzfindigkeiten, zu einer Zeit, Traum und Einbilbung zu ſeyn ſcheint, was euch zu einer andern Zeit, Wahrheit daͤuchte.
Man hat geſtritten, ob die altteſtamentliche und moſaiſche Religion, Unſterblichkeit der Seele lehre. Wirklich ein unnöthiger Streit, und fuͤr uns ganz überfluͤſſig, da uns ein helleres Licht leuchtet. Indeſſen daͤucht mich, es laſſe ſich nicht begreifen, wie patriar⸗
chaliſche
qjul bon ſch dal da nu
Lel
ne


