Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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gewiß erkennt, oder vicht. Ich werde euch nicht mit den Streitigkeiten der Weltweiſen uͤber dieſe Frage unterhalten. Aber das geſteh ich euch aufrichtig: wenn ich keinen andern Grund haͤtte, der mich von der Un⸗ ſterblichkeit meines Geiſtes uͤberzeugte, als diejenigen Gruͤnde, die ich durch das Licht der Vernunft erkenne: ſo waͤre ich ein elendes, hin und her ſchwankendes, un⸗ gewiſſes Geſchoͤpf, und die Furcht vor Vernichtung wuͤrde mich bis zu dem letzten Athemzug meines Lebens verfolgen. Der Philoſoph mag mir aus der Einfach⸗ heit der Seele, aus dem Unvermoͤgen Gottes, einen vernuͤnftigen Geiſt zu vernichten, aus dem Streben nach zukuͤnftiger Vollkommenheit, aus dem Verlangen nach Fortdauer, aus dem Abſcheu vor Vernichtung, aus der mangelhaften Anlage meines Geiſtes ohne Un⸗ ſterblichkeit, aus dem Leiden der Tugend und dem Gluck des Laſters in dieſem Leben, aus dem Begriff von Freyheit und Pflicht, und aus einer Menge anderer Gruͤnde, dieſe Unſterblichkeit aus ſeinem angenomme⸗ nen Syſtem demonſtriren, ſo viel er will: er beruhiget mich nie ganz, und ein einziges untaugliches und un⸗ haltbares Glied in ſeiner Schlußkette, das ich bemerke, oder ein anderer bemerkt, ſtuͤrzt bey mir das Gebaͤude ſeines Syſtems um.

Haͤtte die geoffenbarte Religion und beſonders die Lehre Jeſu Chriſti, auch keinen einzigen Vorzug von der Vernunftreligion: ſo hat ſie doch gewiß dieſen, daß ſie uns ſo oft, ſo deutlich, ſo faßlich fuͤr jeden Men⸗ ſchenverſtand, ſo uͤberzeugend, ſo erfreulich belehrt, daß unſer Geiſt unſterblich iſt, und nach dem Tode fort⸗

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