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derſelben, in den neuteſtamentlichen Schriften aufgeſucht. Es iſt nun noch uͤbrig, daß wir noch einige beſondere Lehrwahrheiten, welche die Vernunft entweder gar nicht, oder doch nur ſehr dunkel und verworren erkennt, und welche uns die chriſtliche Religion weit deutlicher und heller vortraͤgt, anfuͤhren, und uns richtige Vorſtel⸗ lungen davon zu machen ſuchen.
Die erſte Lehre, die ſich uns darbietet, und vor⸗ zuglich unſere Aufmerkſamkeit erfordert, iſt die Un⸗ ſterblichkeit unſers Geiſtes.
Zu ſeyn? oder nicht zu ſeyn? Dieß iſt die Frage.
Von dieſer Frage und der Art, wie ſie beantwor⸗ tet werden muß, haͤngen alle unſere Religionsbegriffe, baͤngt alle unſere Moralität ab. Sie iſt der Grund der chriſtlichen und der Naturreligion. Wer keine Un⸗ ſterblichkeit der Seele glaubt, deſſen Tugend kann bloß auf dem unſichern Grund des Stolzes oder des Eigen⸗ nutzes, ruhen. Ohne Unſterblichkeit hat die Tugend keinen Werth. Hoͤr ich mit meinem Tode auf zu ſeyn⸗ ſo bin ich ein Thor, wenn ich mehr als Genuß des ge⸗ genwaͤrtigen Augenblicks ſuche und erwarte; und ob Laſter oder Tugend mir dieſen Genuß giebt, das iſt ganz gleichgultig. Dieſe Frage iſt denn daher auch jederzeit fuͤr den denkenden Menſchen, er ſey Chriſt, oder Nichtchriſt, einer der wichtigſten Gegenſtaͤnde ſeines Nachdenkens geweſen! Noch iſt man nach einem Zeit⸗ raum von ſo manchen Jahrtauſenden, noch nicht einig, zu entſcheiden, ob die Vernunft, ohne Huͤlſe der Offen⸗ barung, die Unſterblichkeit der Seele hinlaͤnglich und
Q 2 gewiß
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