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ſollte. Nicht der Lehrbegriff, nach welchem ihr das Abendmahl genießt, ſondern der Genuß deſſelben, nach der Abſicht, aus welcher Chriſtus es eingeſeßt hat, giebt euch die wahre Wuͤrdigkeit, an dieſer ehrwürdigen Stiftung Theil zu nehmen. Bemuͤht euch aber janicht, auf dem Weg der gelehrten Unterſuchung, wenn ihr bierzu nicht Faͤbigkeit genug habt, ausfindig machen zu wollen, welche Kirchenpartey den richtigen Begriff von der Sache habe. Eure Mühe wird vergeblich ſeyn, und wenn ihr alle Kirchenväter, bis auf die letzte Schriſt, die in euren Tagen daruͤber geſchrieben worden iſt, durchgeleſen habt. Ihr werdet nichts weiter dadurch erforſchen, als daß die einfachſte, deutlichſte Sache, ungewiß, dunkel und verworren wird, wenn Eigennutß, Herrſchſucht, Stolz, Sektengeiſt, Halsſtarrigkeit, Vor⸗ urtheil, eingebildete Weisheit, mit einem Wort, menſch⸗ liche Leidenſchaften an dieſer Sache zu kuͤnſteln ſich be⸗ muͤhen, die jeder ſchlichte Menſchenverſtand, ohne dieſe Bemuhung richtig beurtheilt haben wuͤrde. Laßt alſo jedem ſeine Meynung ungekraͤnkt, und bemuͤht euch fur euch in der Stille, euch eine richtige zweckmaͤßige Vorſtellung der Sache zu verſchaffen, und den Nutzen gewiß zu erlangen, den Jeſus Chriſtus mit der Stif⸗ tung ſeines Abendmahls ſo wohlthaͤtig verbunden hat. Sucht daher, wenn ihr dieſen Endzweck erreichen wollt, die irrigen Lehrbegriffe auch eurer Kirche ſuͤr euern Verſtand immer mehr zu berichtigen. Traͤumt euch kein Furcht erweckendes Geheimniß in der Sache. Es iſt ja das Mahl der Liebe. Erwartet nicht myſti⸗ ſche Entzuckungen, aber die reinſte beſeligende Freude
koͤnnt


