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ſind ſie es nicht mehr. Jeder haͤlt ſeinen Wahn fuͤr Wahrheit, und es giebt unbeſonnene Eiferer genug, welche die Seligkeit deines Himmels nur denjenigen uſprechen, die mit ihnen einerley Formularglauben haben. Moͤchte doch Friede und Einigkeit Chriſten, die einen Heiland mit einander verehren, wenigſtens iu dieſem Punkt wieder mit einander vereinigen. In der Hauptſache ſtimmen ſie alle uͤberein, und müſſen uͤber⸗ einſtimmen, daß Genuß des Abendmahls, Feyer des Andenkens, des Leidens und des Todes Je⸗ ſu und neue Verpflichtung zu einem chriſtlichen Leben ſey, denn die Worte der Stiftung ſelbſt leiden keine andere Auslegung. Warum blieben ſie doch nicht dabey ſtehen? Warum hielt es der eine fuͤr nothwendig, und ſich fur ſo allmaͤchtig, Waſſer und Mehl, in dich, ſeinen Gott, Wein in dein Blut dabey zu verwandeln? wenn er es nicht aus Eigennutz unb Herrſchſucht that? Warum traͤumte ſich der andere dabey ein Geheimniß, das er nicht erklären kann? Warum verwickelte ſich der dritte in Spitzfindigkeiten, hieng mehr an Worten, als daß er dem Sinn dieſer Worte nachdachte? War⸗ um ſtreiten und haſſen ſich denn Chriſten uͤber Mey⸗ nungen? Meine Theuren, ehrt indeſſen dey allen die⸗ ſen traurigen Wahrheiten die Schwaͤchen eurer Mit⸗ bruͤder. Stoͤrt und tadelt keinen, welcher es fuͤr noth⸗ wendig zur Seligkeit haͤlt, mit den Einſetzungsworten des Abendmahls dieſen oder jenen Sinn zu verbinden. Trenut euch ſelbſt von der Kirchenpartey nicht, deren Namen ihr fuͤhrt, wenn euch auch der Lehrbegriff, den ſie vom Abendmahl hat, nicht der richtigſte daͤuchten ſollte.
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