Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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werdet oft leiden; ihr werdet endlich einmal ge⸗ wiß ſterben; wenn euch in dieſem dreyfachen Verhaͤltniß, dem ihr auf keinen Fall entgehen koͤnnt, dieſe Reli⸗ gion der Vernunft, eine wahre, nicht eingebildete, voll⸗ kommne Beruhigung und Zufriedenheit giebt: ſo ſpre⸗ che ich wenigſtens euer Urtheil nicht, wenn ihr glaubt, alle Offenbarung entbehren zu koͤnnen. Mich hat in⸗ deſſen die Stimme der Vernunft hierbey nie ganz be⸗ ruhiget. Laßt uns kaltbluͤtig und unparteyiſch uͤber die Sache ſelbſt nachdenken.

Du, der du ſo ſtolz deine Vernunft als die einzige Fuͤhrerin auf dem Wege zur Pflicht oder zur Gluͤck— ſeligkeit annimmſt, getrauſt du dich wohl zu behaupten, daß du der Stimme dieſer Vernunft ſtets folgſam ge⸗ weſen biſt? Hat dich nie uͤberwiegender Hang zur Sinnlichkeit zum Laſter hingezogen? Haſt du ſtets das Gute gethan, und das Boͤſe vetabſcheut? Und wo findeſt du Ruhe, wenn der innere Richter,(nenne ihn, wie du willſt) dich uͤberfuͤhrt, daß du nicht der⸗ ſenige biſt, der du nach deinem eigenen inneren Gefuhl ſeyn ſollſt und ſeyn kannſt? Spricht dich denn dieß getraͤumte Geſeb der menſchlichen Unvollkommenheit von aller Verantwortung los? Keanſt du genau, wie vollkommen du, nach den Kraͤften der Natur ſeyn kannſt, oder nicht ſeyn kannſt? Iſt denn dein Gott, den du dir ſchufſt, auch wirklich ſo gutmuͤthig, daß er mit jedem elenden Opfer, daß du ihm anbieteſt, zuftie⸗ den iſt? und woher weißt du das? Oder iſt dieß dein Traſt, doß Unſterblichkeit Traum, und Vernichtung Wahrheit iſt? Kannſt du mir das Rathſel nicht auf⸗

E loͤſen,