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und empfinde, wie ſuß es ſey, ſie zu erfuͤllen. Freue dich deiner Freyheit, von welcher deine Vernunſt dich belehrt. Freue dich deiner Unſterblichkeit, zu welcher ſie dir Hoffnung macht. Lerne unter ihrer Leitung, als moraliſcher Menſch deine eigene Wuͤrde ſchaͤtzen. Er⸗ kenne durch ſie die Vortrefflichkeit des Sittengeſetzes, als dringendes Beduͤrfniß deiner moraliſchen Natur. Finde in der Ausubung dieſes Geſetzes, in der Erfuͤllung deiner Pflicht, deine einzige wahre Gluͤckſeligkeit, und naͤhere dich dadurch der Vollkommenheit des hoͤchſten Geſeßgebers dieſes Geſetzes. Alle dieſe Befriedigun⸗ gen deines freyen denkenden Geiſtes kannſt du dir ver⸗ ſprechen, wenn du deine Vernunft gehorig gebildet haſt.
Sehet meine Kinder, alle dieſe Kenntniſſe, dieſen Genuß der edelſten Guͤter des Menſchen, lehrt euch die bloße Religion der Vernunft, ohne weitere Huͤlfe der Offenbarung, nachdem dieſe Offenbarung die Gewiß⸗ heit dieſer Schaͤtze der Erkenntniß und des Genuſſes nur erſt zuverlaͤſſig verſichert hatte. Sollte denn alſo dieſe Religion der bloßen Vernunft nicht ſchon hinrei⸗ chend ſenn, euch durch die Erfullung eurer Pflichten vollkommen glucklich zu machen?
Wollt ihr euch dieſe Frage gruͤndlich beantworken, ſo betrachtet euch in einem dreyfachen Zuſtand, in wel⸗ chen ihr dereinſt wahrſcheinlich verſetzt werden koͤnnt, oder in den ihr vielmehr, gewiß bald oder ſpäter verſetzt werden můͤßt: Ihr werdet naͤmlich bey allem eurem Streben, das Sittengeſetz zu erfullen, dieſem Sittengeſetz entgegen handeln, und ihr werdet alſo
oft ſtatt des Guten, das thun was Boſeiſt; ihr wer⸗
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